Kreative Kollegen kreieren coolen Kram – Cathy Ionescu

von | Dez 20, 2020 | Blog, Kreative Kollegen kreieren coolen Kram

Ein Interview mit der wunderbaren Cathy Ionescu.

Wenn man als Illustratorin im Kinderbuchbereich arbeitet, bekommt man ja immer mal wieder mit, was andere IllustratorInnen für tolle  Bücher illustrieren. Cathys Illustrationen sind mir schon früher über den Weg gelaufen und ich finde ihren Stil unheimlich schön. Ihre Aquarellzeichnungen sind einfach nur zauberhaft und oft liebenswert knuffig. So würde ich manchmal auch gerne auch zeichnen können. 😉 Es freut mich sehr, dass Cathy für ein Interview zugesagt hat und nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen! 🙂 Es lohnt sich!

1. Vielleicht stellst Du Dich selber noch einmal kurz vor und erzählst meinen Lesern wer Du bist und was Du beruflich genau machst? 🙂
Huhu Ilka, vielen lieben Dank für die Einladung auf deinen Blog.

Mein Name ist Catherine Gabrielle Ionescu, kurz Cathy Ionescu und ich arbeite seit 2013 als Kinderbuchillustratorin.

An der Fachhochschule Münster habe ich Design mit dem Schwerpunkt Illustration studiert und illustriere heute freiberuflich für diverse Verlage.

Seit dem Jahre 2013 bin ich Teil der kreativen Ateliergemeinschaft Hafenstrasse 64. Ein lieber Gruß an meine Atelieras und Atelieros aus der Hafenstrasse. 😉

2. Ohne Kreativität geht es in diesem Beruf ja nicht ;), aber wann sprudelt die Kreativität so richtig bei Dir? Was hilft Dir dabei kreativ zu arbeiten?

Kreativ und voller Phantasie bin ich eigentlich immer. Als Nachteule zeichne ich gegen Abend einfach am liebsten. Es gibt nichts Schöneres als abends und nachts, wenn alles ruhig ist, in zeichnerische Phantasiewelten zu tauchen.

Wichtig für mein kreatives Schaffen und die Arbeit an meinen Illustrationen sind Ruhe und Ungestörtheit, am besten mit einem Tee, warmen Socken und einem guten Hörbuch oder Podcast auf den Ohren.

Mittlerweile habe ich es mir aber angewöhnt, tagsüber zu arbeiten. So bekommt man als Kreative mehr Tageslicht ab und abends bleibt dann Zeit für andere Unternehmungen und Freunde.

3. Woraus schöpft Du Inspiration für neue berufliche Ideen?

Eigentlich aus allem: kleinen Alltagsbegegnungen oder -situationen, Kunst, Illustrationen und Comics, Geschichten, Büchern, Videospielen, Filmen, Musik, Tieren oder lustigen Gesprächen mit anderen Menschen.

Eine sehr interessante und schöne Inspiration ist für mich übrigens auch der Bastel- und Malkurs, den ich für Menschen mit Behinderung gebe.

Meine Kursteilnehmer geben immer wieder eine ganz anderen und vor allem entspannten Blick auf das kreative Schaffen und Malprozesse, den man mit dem eigenen „professionellen Tunnelblick“ manchmal vergisst.

 

4. Ganz ehrlich, die meisten kreativen Leute haben eine kleine Macke (zumindest beim Arbeiten;) ). Welche hast Du?

Bevor ich mit dem Aquarellieren anfange, bastle ich mir einen kleinen „Fingerüberzug“ aus Taschentuch, mit dem ich Aquarellefarbe ganz schnell vom Blatt tupfen kann. Denn wenn die Farbe auf dem Papier nicht so läuft wie sie soll, kommt der suchende Griff zum Abtupftuch oft zu spät. Das ist schon ein kleines Ritual geworden. XD

 

5. Verbreitest Du in der Regal kreatives Chaos oder ist Dir Ordnung am Arbeitsplatz lieber? Wie arbeitest Du am liebsten?

Ordnung! Mit so vielen Ideen und Bildern im Kopf mag ich es auf dem Schreibtisch eher aufgeräumt, mit allen Utensilien in Reichweite. Früher war das natürlich anders…

 

6. Manchmal passieren einem als Kreativer ja die kuriosesten Dinge. Was ist Dir schon einmal beruflich passiert, wo Du gedacht hast: „Das passiert mir gerade auch nur, weil ich eben diesen Beruf habe!“.

Eine richtig skurrile Anekdote habe ich nicht. Dafür tunke ich gerne mal meinen Pinsel aus Versehen in den Kaffee oder kann am Mittwochvormittag zum Markt gehen, während andere „nine-to-five“ am Schreibtisch sitzen müssen. Dafür arbeite ich dann später, wenn andere Feierabend haben oder auch am Wochenende.
Oh, und auf Gesellschaften jeglicher Art sagen zu können, dass man seine Brötchen mit dem Malen kugelrunder Ponies verdient, das hat auch etwas. 😉

 

7. Was liebst Du an Deinem Beruf?

Die Freiheit! Vor allem die geistige Freiheit, entscheiden zu dürfen, was ich wann arbeite und für wen. Und dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen darf, Geschichten in Bildern zu erzählen.

 

8. Welchen Tipp würdest Du anderen Kreativen geben, der für Dich gold wert war?

Geregelte Arbeits- und Schlafenszeiten zu haben.
Und sich nur mit sich selber, nicht mit anderen vergleichen. Das gibt etwas Seelenfrieden.

 

9. Auf welche Illustrationen hast Du Dich spezialisiert und wieso?
Auf das Illustrieren von Kinderbüchern. Persönlich mag ich eher das düstere, erwachsene wie Film Noir oder Science Fiction, aber wenn ich selber den Stift in die Hand nehme, springen plötzlich glubschäugige und niedliche Tierchen auf dem Papier herum.

 

10. Mit welchen Materialien arbeitest Du?
Momentan nutze ich Bleistift, Tusche, Aquarelle, gutes Aquarellpapier für die Reinzeichnungen oder Kopierpapier zum Skizzieren. Im zweiten Schritt, nach dem Scannen, nutze ich die gängigen Zeichen- und Malprogramme am PC und ein Grafiktablett.

 

11. Und da dies ein Weihnachtsspecial ist, dürfen natürlich ein paar Fragen zu diesem Thema auch nicht fehlen. 😉 Hast Du schon einmal ein Projekt zum Thema Weihnachten illustriert? Wenn ja, welches? Was waren die Herausforderungen dabei?

Ja klar, mir fallen auf Anhieb drei Bücher ein, die ich in den letzten Jahren illustrieren durfte. Schon etwas älter ist der Erstleser „Frohe Weihnachten mit dem Weihnachtshasen“ von Judith Allert, in dem ein schusseliger Weihnachtshase in allerlei komischen Posen und Szenen zu sehen ist. Im Januar erschien ein Hundebuch von Jo Franklin, das zur Weihnachtszeit spielt und vor einigen Wochen habe ich ein Pixibuch, Teil einer ganzen Weihnachtsbox, im Laden entdeckt, das um Ostern dieses Jahres herum fertig geworden ist.
Da wären wir auch bei den Herausforderungen beim Illustrieren von Weihnachtsbüchern: wegen der langen Vorlaufzeiten müssen die Reinzeichnungen für einen weihnachtlichen Titel im Frühjahr fertig sein. Also heisst es, sich schon zu Ostern beim Zeichnen in besinnlich-weihnachtliche Stimmung zu versetzen. 😀

 

12. Welches Projekt zum Thema Winter oder Weihnachten hast Du schon einmal illustriert oder würdest Du gerne mal illustrieren?

Ein Projekt über das Skifahren würde ich gerne mal machen! Projektideen und -skizzen zum Thema Ski habe ich schon, nur die Zeit fehlt. 😉

 13. Gibt es bei Dir zur Weihnachtszeit irgendwelche „Traditionen“, die mit Deinem kreativen Beruf zu tun haben? Schreibst Du Freunden besonders schöne Weihnachtspost und verzierst sie mit Zeichnungen? Sehen Deine Plätzchen so toll aus, dass man sie am liebsten im Museum an die Wand hängen würde? Oder beeinflusst Dein Künstlersein diese Jahreszeit privat gar nicht?

Ha, zum Thema Backen habe ich etwas: beim letzten Plätzchenbacken mit der Familie sind richtig skurrile Objekte entstanden. Also die hätte ich gerne behalten und ausgestellt, aber die Verwandtschaft war hungrig…

14. Hörst Du in der Weihnachtszeit auch Weihnachtsmusik beim Zeichnen? Oder geht das gar nicht? 😉

Ja klar! Vor allem „Mele Kalikimaka“ von Bing Crosby.

 

15. Wenn Du einen Wunsch vom Weihnachtsmann frei hättest, was würdest Du als in Deinem beruflichen Kontext als Illustrator gerne noch (oder noch besser) können?

Hm, ich würde gerne noch besser und schneller zeichnen können. 😀

 

16. Gibt es berufliche Ideen, Projekte in der nahen Zukunft, von denen Du uns schon erzählen möchtest/darfst? Wofür brennst Du beruflich gerade?

Gerade arbeite ich mit meinem Freund an einem kleinen gemeinsamen Projekt. Dafür recherchiere ich gerade über Eichhörnchen. Junge Eichhörnchen sind so niedlich!

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