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Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 9 – Musterliebe

 

Ab und zu brauche ich Muster oder Strukturen für meine Illustrationen. Rein theoretisch könnte ich in den Weiten des Internets nach Mustern suchen und diese dort kaufen, aber ich erstelle ich meine Muster eigentlich viel lieber selber. So habe ich nämlich einen Vorwand, um mal wieder ausgiebig mit den verschiedensten Farben zu matschen und wild herum zu pinseln. Das macht unheimlichen Spaß und ist fast meditativ, wenn man sonst doch eher die meiste Zeit am PC arbeitet.

Ich pinsele so vor mich hin, als Mats auf den Arbeitstisch spring. „Was machst du da?“, fragt er neugierig. Ich erkläre ihm, dass ich Muster erstelle. Er schaut meine wahllose Pinselei noch etwas an und ist dann erst einmal verschwunden. Ich wundere mich nicht darüber, denn das Eichhörnchen hält es nie lange an einem Ort aus und ist eigentlich immer in Bewegung.

Kurze Zeit hüpfen meine zwei Kakteen auf dem Schreibtisch und die Klonk-Geräusche, die ihre Blumentöpfe beim Hüpfen machen, kündigen sie schon an. Wobei sie es ab und zu auch schaffen sich lautlos anzuschleichen, wie sie das machen, ist mir bis heute ein Rätsel. Auch Mats ist wieder da und (welch ein Wunder) auch Eckbert seilt sich von der Decke an. Da sind sie also mal wieder beisammen, meine Schriebtischbande: Mats, mein Eichhörnchen, die zwei Kakteen Knubbel und Konrad und unser, stummer, aber sehr liebenswürdiger kleiner Spinnenfreund Eckbert.

„Mats hat erzählt, du malst Muster?“, fragt Knubbel. „Genau, die scanne ich nachher ein und benutze sie für meine Illustrationen“, erkläre ich ihm.
„Aha“, sagt er daraufhin. „Und was macht ihr so?“, frage ich, während ich Pünktchen mit dem Pinsel tupfe. „Och, wir wollten nur mal so gucken.“
„Aha“, sage ich auch daraufhin.

Irgendwas ist hier wieder im Busch, wenn alle Vier zusammen ankommen, wollen sie irgendetwas oder hecken wieder was aus. Ich tupfe weiter fröhlich vor mich hin, als Konrad meint:“Müssen die Muster irgendwie speziell gemalt werden?“ „Speziell gemalt? Wie meinst du das?“, frage ich.
„Ja, halt mit irgendwelchen Vorgaben?“
„Nö, also eigentlich male oder tupfe ich einfach fröhlich drauf los und schaue mal, was so entsteht“, antworte ich.

Die Vier rutschen zusammen und fangen an zu tuscheln. Aha! Gleich kommt wieder irgendeine Weltidee oder so etwas Ähnliches.
Konrad hüpft ein Stückchen zu mir und sagt dann:“Da du ja gerade gesagt hast, dass es egal ist, wie man ein Muster gestaltet und deswegen haben wir beschlossen, dir zu helfen!“
„Ihr wollt mir helfen? Sehe ich überarbeitet aus?“, frage ich im Spaß. „Ne, ne, aber wir können uns ja auch ein wenig einbringen. Wir sind ja so etwas wie eine WG hier und da muss jeder seinen Beitrag leisten!“, sagt Konrad in einem, doch recht, ernsthaftem Ton.

„Ihr wollt also mit Farbe matschen?“, frage ich belustigt in die Runde und schaue alle an. Konrad versucht noch abzustreiten, dass es darum geht, während Mats und Knubbel im Chor schon:“Jaaaaaa!“ schreien. Und auch Eckbert hüpft freudig an seinem Spinnenfaden hoch und runter. Konrad rollt mit seinen Augen. Ha! Ich habe die Bande eindeutig entlarvt, nix mit helfen und einbringen.

Ich weiß zwar jetzt schon, dass das eine riesen Matscherei wird, aber ich breite den Vieren auf einer Schutzfolie zig große Blätter aus und stelle ihnen ein Marmeladenglasdeckel mit verschiedensten Farben hin. Dann dürfen sie loslegen.

Während ich an meinen Muster weiter arbeite, hüpfen, tapsen und krabbeln die Vier mit Farbe an den Füßchen (oder an den Blumentöpfen) über die Papierblätter und haben ihren Spaß. Ich muss grinsen, es sieht urkomisch aus und die Vier werden immer bunter.
Bei Fußabdrücken nur auf Papier und der Schutzfolie bleibt es natürlich nicht. Aber zum Glück ist der Laminatboden ja abwaschbar.

Im Nachhinein sind sogar ein paar brauchbare Muster daraus entstanden, obwohl ich die Vier erst einmal unter die Dusche verbannen musste. Na ja, die Drei, Eckbert musste nur ein paar Mal mit seinen Füßchen über einen nassen Schwamm laufen, duschen ist für Spinnen ja eher suboptimal.

Vielleicht sollte ich die Vier als Musterdesigner anstellen? Vor den Vertragsverhandlungen.hätte ich aber dann doch etwas Angst. 😉

Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

Ilka – Illustratorin  
Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
Mats – Mein munteres Eichörnchen
Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

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