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      Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 8 – Familienbande 

       

      Manchmal skizziere ich einfach so vor mich hin, ohne groß eine Vorstellung davon zu haben, was nachher dabei herauskommt. So entwickeln sich dann kleine Illustrationsideen oder es kommt ein nicht zu gebrauchendes Wirrwarr heraus, was aber dann auch nicht weiter schlimm ist. Gerade kritzele ich ein wenig herum und höre dabei leise wunderbare Musik. Auf meinen Skizzenblättern wechseln sich Lama- und Kakteenskizzen immer mal wieder ab. In Gedanken versunken summe ich immer mal wieder mit der Musik, bis mich ein lautes Gequietsche von Knubbel aufschrecken lässt. „Wie süüüüüüüüüüß! Das ist ja meine Cousine Nola, als sie noch ganz klein war!“, quietscht er vor Freude und hüpft dabei leicht in die Luft.

      Derweil Knubbel durchwühlt meine Skizzenblätter. „Oh, da ist ja auch Onkel Maximilian und der verrückte Knut! Den habe ich ja ewig nicht gesehen!“, sprudelt es aus Knubbel heraus und er findet immer wieder neue Familienmitglieder in meinen Skizzen wieder. Ich wundere mich darüber, wen ich angeblich alles gezeichnet haben soll und meine nur. „Knubbel, ich wusste ja gar nicht, dass Du so eine große Familie hast …“

      “Hast Du denn eigentlich auch viele direkte Geschwister?“

      „Meinst Du wir Kakteen fallen vom Himmel? Nein, nein! Meine Familie hat viele Ableger!“, sagt er strahlend. Hinter Knubbel fuchtelt Konrad mit seinem Kakteenarm herum, als wolle er mich von irgendetwas abhalten. Und auch unser kleiner Spinnenfreund Eckbert lässt sich von der Decke herab und fuchtelt mit seinen Ärmchen wild in der Luft herum. In diesem Moment checke ich aber nicht was sie mir damit sagen wollen und frage Knubbel:“Hast Du denn eigentlich auch viele direkte Geschwister?“. In diesem Moment haut sich Konrad mit dem Arm vor die Stirn und schaut mich mich mit einem vieldeutigen “Selber schuld!“-Blick an. Und auch Eckbert zieht seine Augenbrauen irgendwie komisch zusammen.

      Das ist der Startschuss für Knubbel und dann gibt es kein Halten mehr. Er erklärt mir ausgiebig und sehr detailreich seine vielfältigen familiären Verbindungen zu seinen Geschwistern, Onkeln, Cousinen und was es sonst noch so gibt. Irgendwann blicke ich nicht mehr durch und nehme nur noch das monotone Schnarchen von Konrad wahr, der mittlerweile, genau wie Eckbert, in eine Art Mittagsschlaf verfallen ist. Zwischendurch nicke ich Knubbel immer mal wieder zu und merke, dass meine Augenlider so langsam auch schwer werden.

      „Sag mal, könntest Du die Skizzen mal ausarbeiten und daraus ein Familienbild für mich zeichnen?“

      „Wahnsinn, wie groß meine Familie ist, oder?“, sagt Knubbel irgendwann und strahlt mich dann an. Die kleine Pause nach dem Satz, lasst mich aufhorchen und ich pflichte ihm zu:“Ja, das ist wirklich eine große Familie, die Du da hast!“ Dann hüpft er etwas näher an mich ran und ich weiß genau, dass er nun irgendwas will. Dafür kenne ich diesen Kaktus nun schon zu gut. „Sag mal, könntest Du die Skizzen mal ausarbeiten und daraus ein Familienbild für mich zeichnen? Dann kann ich den anderen das mal schicken. Darüber würden sie sich sicher freuen!“

      Ich frage mich ganz kurz, wie Konrad ein Bild anderen Kakteen schicken will, aber meiner Schreibtischbande traue ich mittlerweile alles zu, irgendeinen Weg wird er finden.

      Da ich ein schlechtes Gewissen habe, dass ich zum Schluss nicht mehr ganz so aufmerksam seinen familiären Geschichten gelauscht habe, verspreche ich also Knubbel ein Familienbild zu illustrieren.

      Familienanekdoten

       

      Die nächsten Tage verbringen wir Zwei meine Pause am Mittag damit Skizzen auszuwählen und er sagt mir, wer alles auf sein Bild abgebildet werden soll. Während ich das Familienbild genauer ausarbeite, hat er natürlich noch eine ganze Menge Verbesserungsvorschläge.

      Trotzdem macht es Spaß mal ein Familienbild (wenn auch mit Kakteen) zu zeichnen und er erzählt mir dabei dann natürlich auch noch die ein oder andere, dieses Mal aber wirklich spannende, Familienanekdote. Wie z.B. Onkel Maximilian mal auf einen Igel fiel und für zwei Wochen festhing, aber das ist eine andere Geschichte. Die fertige Illustration haben wir dann auf schönem Papier mehrmals ausdrucken lassen und gerade sitzen ein Eichhörnchen (Mats), zwei Kakteen (Knubbel und Konrad) und eine Spinne (Eckbert) im Kreis und kleben Briefmarken auf Briefe, von denen ich nicht genau weiß, ob sie jemals dort ankommen, wo sie ankommen sollen. Aber egal, manche Dinge muss man einfach machen, auch wenn sie etwas verrückt sind.

      Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

      Ilka – Illustratorin  
      Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
      Mats – Mein munteres Eichörnchen
      Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

      Mein kreativer Brief für Dich!

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