Folge 5 – Eine Geschichte, bitte!

 

Draußen dämmert es so langsam und ich sitze mit meinem Laptop auf dem Sofa und tippe so vor mich hin. Ich schreibe gerade einen neuen Text für meine „Über mich“-Seite auf meiner Homepage .

Zwar schreibe ich recht regelmäßig Texte für meinen Blog, Newsletter und ab und zu auch für Auftraggeber, aber einen Text über mich selber zu schreiben, fällt mir schwerer als gedacht. Ich hänge so meinen Gedanken nach als ein kleines Deckenknäuel vor das Sofa wackelt.

„Pfaaanst du uns mal helpfen?“, tönt es dumpf aus dem Inneren. „Wie bitte?“, frage ich, wobei ich schon fast ahne, was sich in diesem Knäuel versteckt. „Heeelpf uns mal! Wir haben umpf verhääääddert!“, kommt daraufhin als Antwort aus dem Inneren. Das Deckenknäuel schwankt dabei verdächtig und promt fällt es zur Seite, woraufhin ein mehrstimmiges „Uff“ ertönt, dann ist kurz Ruhe.

Ich glaube in dem Fall ist Hilfe wirklich notwenig. Also lege ich meinen Laptop zur Seite und entwirre dieses Durcheinander. Zum Vorschein (welch Überraschung!), kommen Konrad und Knubbel, meine zwei Kakteen; Mats, mein Eichhörnchen und unser, anscheinend sehr mitgenommener, Spinnenfreund Eckbert.

Alle schnaufen erst einmal durch als ich sie endgültig von der Decke befreit habe. Ich sehe, das sich diese als meine alte Babydecke aus meiner frühesten Kindheit entpuppt und eigentlich gut verstaut im Schrank liegen sollte. “Sagt mal, was habt ihr denn nun mit meiner alten Babydecke veranstaltet?“ frage ich meine Viererbande. Ich halte die Decke hoch, die nun Kakteenstackeln und Spinnfäden übersäät ist.

„Wir konnten nicht schlafen und da dachten wir, wenn wir uns in eine Decke einkuscheln, dann geht das besser!“

„Wir konnten nicht schlafen und da dachten wir, wenn wir uns in eine Decke einkuscheln, dann geht das besser!“, sagt Knubbel noch etwas außer Puste. „Na, das hat dann ja wohl nicht so geklappt“, sage ich und schüttele leicht mit dem Kopf.

Meine kleine Bande kommt aber auch immer wieder auf neue kuriose Ideen. Ich frage mich kurz ob das daran liegt, dass sie bei mir wohnen oder ob zwei Kakteen in der Kombination mit einem Eichhörnchen und einer Spinne als Freunde immer so sind. Verwerfe dann jedoch jegliche Gedanken darüber, nachher komme ich zu dem Schluss, dass es an meinem Einfluss auf die Vier liegt.

„Und was mache ich jetzt mit euch schlaflosen Wesen?“, frage  ich die Viererbande. „Du könntest uns eine Geschichte erzählen!“, schlägt Mats vor und und hüpft neben mir auf´s Sofa. „Eine Geschichte? Eigentlich wollte ich noch bissl arbeiten und den Text für meine Homepage zu Ende schreiben“, antworte ich.

„Eine Geschichte! Bitteeeeeeeee!“

„Eine Geschichte! Bitteeeeeeeee!“, kräht nun auch Knubbel und ein wahrloses „Bitte, bitte, bittteeeee!“- Konzert geht los. Was soll man da machen? Die geben nun eh erst wieder Ruhe, wenn sie ihre Geschichte bekommen. Von daher hole ich Konrad und Knubbel mit auf das Sofa und setze Eckbert vorsichtig auf die Sofalehne.

„Was möchtet ihr denn hören, soll ich ein Buch holen und vorlesen?“, frage ich. „Neee, lesen können wir doch alleine!“, meint Konrad. Ich vergaß, die Vier entern ja regelmäßg mein Regal mit den Kinderbüchern.

„Erzähl uns eine selbstausgedachte Geschichte!“, meint Knubbel. „Acherje! Mir ist gerade schon schwer gefallen einen kurzen Text über mich zu schreiben! Jetzt soll ich auch noch mal eben so eine Geschichte erfinden?“, sage ich leicht verzweifelt.

Meine zwei Kakteen samt Eichhörnchen und Spinne nicken gleichzeitig mit dem Kopf und schauen mich erwartungsvoll an. „Erzähl uns doch einfach, wie Du Illustratorin geworden bist. Darüber schreibst du doch eh gerade!?“, wirft Mats ein. „Oh ja! Das hast du uns noch nie erzählt!“, ruft Knubbel und Konrad und Eckbert nickenzustimmend. Na ja, da gibt es nicht soooooooo viel zu erzählen, aber damit die Vier ihre Geschichte bekommen, fange ich an zu erzählen:

Wie ich als Kind immer viel gemalt und im Teeniealter dann Cartoons gezeichnet habe und eben über mehrere Stationen, wie meinen Abschluss als Mediengestalterin, so in die Illustration so reingeschlittert bin. Ich finde die Geschichte nun nicht so spannend, aber die Vier hören mir jedenfalls aufmerksam zu. Doch dann sehe ich auf einmal, wie sich Konrads Stirn kräuselt.

Oh oh! Das macht er nur, wenn er nachdenkt und ihn irgendwas missfällt. „Aber wenn du immer gerne gezeichnet hast, hättest Du ja auch Malerin werden können, oder?“ unterbricht mich Konrad auf einmal „Ja, hätte ich, aber ich mag es lieber Bücher und andere Dinge zu illustrieren, das weißt Du doch“, antworte ich Konrad. Daraufhin meint Konrad:“Ja, eben!“. Ich schaue Konrad fragend an, denn ich weiß nicht, worauf er nun hinaus will.

Bücher entführen einen an die tollsten Orte

Dann mischt sich Knubbel ein:“Ich glaube, was Konrad sagen will, wieso bist Du ausgerechtnet Illustratorin geworden und nicht Malerin?“ Ich denke kurz darüber nach:“Ich glaube, weil ich schon immer so viel gelesen und Bücher für mich immer ganz wunderbare Welten eröffnet haben. Bücher entführen einen an die tollsten und phantastischsten Orte und das finde ich immer noch total faszinieren.“ „Aha!“, sagt Konrad daraufhin, als würde ich irgendeine Annahme von ihm bestätigen. „Aha, was?“, frage ich. „Wenn Du von Bücher erzählst, dann strahlst Du richtig, also dann sind es eher die Bücher, die dich zur Illustration gebracht haben?!“

 

„Das könnte sein…“, sage ich nachdenklich. „Wisst ihr, ich wollte sogar zeitweise sogar mal Buchhändlerin werden.“ Und dann erzähle ich ihnen die Geschichte noch einmal, wie ich schon immer gerne gelesen habe, wie sehr mir mein Praktikum in einer Buchhandlung gefallen hat und die Vier löchern mich immer wieder mit Fragen.

Weil ich Geschichten schon immer geliebt habe!

Ich merke, dass es die vielen wunderbaren Geschichten in Büchern sind und waren, die ich so sehr geliebt habe und es immer noch tue. Eigentlich ist es fast logisch, dass man dann irgendwann auch einmal Gesichten erzählen möchte, sindmein Medium eben weniger Worte, sondern eher meine Illustrtaionen. Ich quassel meine Gedanken so vor mich hin und merke irgendwann, dass vielleicht die Antwort auf die Frage:“Wieso bist du Illustratorin geworden?“, nicht: „Ich habe schon immer gerne geizeichnet habe!“, sondern vielleicht eher:“Weil ich Geschichten schon immer geliebt habe!“, lauten sollte.

Quasi von der Leseratte zur Illustratorin. Ich frage kurz neben mir in die Runde, was sie davon halten, sehe aber dann, wie alle Vier schon längst eingeschlafen sind. Ich lächele, denn ich merke gerade, dass ich vielleicht genau so meine „Über mich“- Seite beginnen sollte: Von der Leseratte zur Illustratorin. Mal schauen, was mir dazu einfällt.

Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

Ilka – Illustratorin  
Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
Mats – Mein munteres Eichörnchen
Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

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