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Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 9 – Musterliebe

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 9 – Musterliebe

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 9 – Musterliebe

 

Ab und zu brauche ich Muster oder Strukturen für meine Illustrationen. Rein theoretisch könnte ich in den Weiten des Internets nach Mustern suchen und diese dort kaufen, aber ich erstelle ich meine Muster eigentlich viel lieber selber. So habe ich nämlich einen Vorwand, um mal wieder ausgiebig mit den verschiedensten Farben zu matschen und wild herum zu pinseln. Das macht unheimlichen Spaß und ist fast meditativ, wenn man sonst doch eher die meiste Zeit am PC arbeitet.

Ich pinsele so vor mich hin, als Mats auf den Arbeitstisch spring. „Was machst du da?“, fragt er neugierig. Ich erkläre ihm, dass ich Muster erstelle. Er schaut meine wahllose Pinselei noch etwas an und ist dann erst einmal verschwunden. Ich wundere mich nicht darüber, denn das Eichhörnchen hält es nie lange an einem Ort aus und ist eigentlich immer in Bewegung.

Kurze Zeit hüpfen meine zwei Kakteen auf dem Schreibtisch und die Klonk-Geräusche, die ihre Blumentöpfe beim Hüpfen machen, kündigen sie schon an. Wobei sie es ab und zu auch schaffen sich lautlos anzuschleichen, wie sie das machen, ist mir bis heute ein Rätsel. Auch Mats ist wieder da und (welch ein Wunder) auch Eckbert seilt sich von der Decke an. Da sind sie also mal wieder beisammen, meine Schriebtischbande: Mats, mein Eichhörnchen, die zwei Kakteen Knubbel und Konrad und unser, stummer, aber sehr liebenswürdiger kleiner Spinnenfreund Eckbert.

„Mats hat erzählt, du malst Muster?“, fragt Knubbel. „Genau, die scanne ich nachher ein und benutze sie für meine Illustrationen“, erkläre ich ihm.
„Aha“, sagt er daraufhin. „Und was macht ihr so?“, frage ich, während ich Pünktchen mit dem Pinsel tupfe. „Och, wir wollten nur mal so gucken.“
„Aha“, sage ich auch daraufhin.

Irgendwas ist hier wieder im Busch, wenn alle Vier zusammen ankommen, wollen sie irgendetwas oder hecken wieder was aus. Ich tupfe weiter fröhlich vor mich hin, als Konrad meint:“Müssen die Muster irgendwie speziell gemalt werden?“ „Speziell gemalt? Wie meinst du das?“, frage ich.
„Ja, halt mit irgendwelchen Vorgaben?“
„Nö, also eigentlich male oder tupfe ich einfach fröhlich drauf los und schaue mal, was so entsteht“, antworte ich.

Die Vier rutschen zusammen und fangen an zu tuscheln. Aha! Gleich kommt wieder irgendeine Weltidee oder so etwas Ähnliches.
Konrad hüpft ein Stückchen zu mir und sagt dann:“Da du ja gerade gesagt hast, dass es egal ist, wie man ein Muster gestaltet und deswegen haben wir beschlossen, dir zu helfen!“
„Ihr wollt mir helfen? Sehe ich überarbeitet aus?“, frage ich im Spaß. „Ne, ne, aber wir können uns ja auch ein wenig einbringen. Wir sind ja so etwas wie eine WG hier und da muss jeder seinen Beitrag leisten!“, sagt Konrad in einem, doch recht, ernsthaftem Ton.

„Ihr wollt also mit Farbe matschen?“, frage ich belustigt in die Runde und schaue alle an. Konrad versucht noch abzustreiten, dass es darum geht, während Mats und Knubbel im Chor schon:“Jaaaaaa!“ schreien. Und auch Eckbert hüpft freudig an seinem Spinnenfaden hoch und runter. Konrad rollt mit seinen Augen. Ha! Ich habe die Bande eindeutig entlarvt, nix mit helfen und einbringen.

Ich weiß zwar jetzt schon, dass das eine riesen Matscherei wird, aber ich breite den Vieren auf einer Schutzfolie zig große Blätter aus und stelle ihnen ein Marmeladenglasdeckel mit verschiedensten Farben hin. Dann dürfen sie loslegen.

Während ich an meinen Muster weiter arbeite, hüpfen, tapsen und krabbeln die Vier mit Farbe an den Füßchen (oder an den Blumentöpfen) über die Papierblätter und haben ihren Spaß. Ich muss grinsen, es sieht urkomisch aus und die Vier werden immer bunter.
Bei Fußabdrücken nur auf Papier und der Schutzfolie bleibt es natürlich nicht. Aber zum Glück ist der Laminatboden ja abwaschbar.

Im Nachhinein sind sogar ein paar brauchbare Muster daraus entstanden, obwohl ich die Vier erst einmal unter die Dusche verbannen musste. Na ja, die Drei, Eckbert musste nur ein paar Mal mit seinen Füßchen über einen nassen Schwamm laufen, duschen ist für Spinnen ja eher suboptimal.

Vielleicht sollte ich die Vier als Musterdesigner anstellen? Vor den Vertragsverhandlungen.hätte ich aber dann doch etwas Angst. 😉

Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

Ilka – Illustratorin  
Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
Mats – Mein munteres Eichörnchen
Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

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Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 8 – Familienbande

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 8 – Familienbande

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 8 – Familienbande 

 

Manchmal skizziere ich einfach so vor mich hin, ohne groß eine Vorstellung davon zu haben, was nachher dabei herauskommt. So entwickeln sich dann kleine Illustrationsideen oder es kommt ein nicht zu gebrauchendes Wirrwarr heraus, was aber dann auch nicht weiter schlimm ist. Gerade kritzele ich ein wenig herum und höre dabei leise wunderbare Musik. Auf meinen Skizzenblättern wechseln sich Lama- und Kakteenskizzen immer mal wieder ab. In Gedanken versunken summe ich immer mal wieder mit der Musik, bis mich ein lautes Gequietsche von Knubbel aufschrecken lässt. „Wie süüüüüüüüüüß! Das ist ja meine Cousine Nola, als sie noch ganz klein war!“, quietscht er vor Freude und hüpft dabei leicht in die Luft.

Derweil Knubbel durchwühlt meine Skizzenblätter. „Oh, da ist ja auch Onkel Maximilian und der verrückte Knut! Den habe ich ja ewig nicht gesehen!“, sprudelt es aus Knubbel heraus und er findet immer wieder neue Familienmitglieder in meinen Skizzen wieder. Ich wundere mich darüber, wen ich angeblich alles gezeichnet haben soll und meine nur. „Knubbel, ich wusste ja gar nicht, dass Du so eine große Familie hast …“

“Hast Du denn eigentlich auch viele direkte Geschwister?“

„Meinst Du wir Kakteen fallen vom Himmel? Nein, nein! Meine Familie hat viele Ableger!“, sagt er strahlend. Hinter Knubbel fuchtelt Konrad mit seinem Kakteenarm herum, als wolle er mich von irgendetwas abhalten. Und auch unser kleiner Spinnenfreund Eckbert lässt sich von der Decke herab und fuchtelt mit seinen Ärmchen wild in der Luft herum. In diesem Moment checke ich aber nicht was sie mir damit sagen wollen und frage Knubbel:“Hast Du denn eigentlich auch viele direkte Geschwister?“. In diesem Moment haut sich Konrad mit dem Arm vor die Stirn und schaut mich mich mit einem vieldeutigen “Selber schuld!“-Blick an. Und auch Eckbert zieht seine Augenbrauen irgendwie komisch zusammen.

Das ist der Startschuss für Knubbel und dann gibt es kein Halten mehr. Er erklärt mir ausgiebig und sehr detailreich seine vielfältigen familiären Verbindungen zu seinen Geschwistern, Onkeln, Cousinen und was es sonst noch so gibt. Irgendwann blicke ich nicht mehr durch und nehme nur noch das monotone Schnarchen von Konrad wahr, der mittlerweile, genau wie Eckbert, in eine Art Mittagsschlaf verfallen ist. Zwischendurch nicke ich Knubbel immer mal wieder zu und merke, dass meine Augenlider so langsam auch schwer werden.

„Sag mal, könntest Du die Skizzen mal ausarbeiten und daraus ein Familienbild für mich zeichnen?“

„Wahnsinn, wie groß meine Familie ist, oder?“, sagt Knubbel irgendwann und strahlt mich dann an. Die kleine Pause nach dem Satz, lasst mich aufhorchen und ich pflichte ihm zu:“Ja, das ist wirklich eine große Familie, die Du da hast!“ Dann hüpft er etwas näher an mich ran und ich weiß genau, dass er nun irgendwas will. Dafür kenne ich diesen Kaktus nun schon zu gut. „Sag mal, könntest Du die Skizzen mal ausarbeiten und daraus ein Familienbild für mich zeichnen? Dann kann ich den anderen das mal schicken. Darüber würden sie sich sicher freuen!“

Ich frage mich ganz kurz, wie Konrad ein Bild anderen Kakteen schicken will, aber meiner Schreibtischbande traue ich mittlerweile alles zu, irgendeinen Weg wird er finden.

Da ich ein schlechtes Gewissen habe, dass ich zum Schluss nicht mehr ganz so aufmerksam seinen familiären Geschichten gelauscht habe, verspreche ich also Knubbel ein Familienbild zu illustrieren.

Familienanekdoten

 

Die nächsten Tage verbringen wir Zwei meine Pause am Mittag damit Skizzen auszuwählen und er sagt mir, wer alles auf sein Bild abgebildet werden soll. Während ich das Familienbild genauer ausarbeite, hat er natürlich noch eine ganze Menge Verbesserungsvorschläge.

Trotzdem macht es Spaß mal ein Familienbild (wenn auch mit Kakteen) zu zeichnen und er erzählt mir dabei dann natürlich auch noch die ein oder andere, dieses Mal aber wirklich spannende, Familienanekdote. Wie z.B. Onkel Maximilian mal auf einen Igel fiel und für zwei Wochen festhing, aber das ist eine andere Geschichte. Die fertige Illustration haben wir dann auf schönem Papier mehrmals ausdrucken lassen und gerade sitzen ein Eichhörnchen (Mats), zwei Kakteen (Knubbel und Konrad) und eine Spinne (Eckbert) im Kreis und kleben Briefmarken auf Briefe, von denen ich nicht genau weiß, ob sie jemals dort ankommen, wo sie ankommen sollen. Aber egal, manche Dinge muss man einfach machen, auch wenn sie etwas verrückt sind.

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Mats – Mein munteres Eichörnchen
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Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 7 – Sommer

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 7 – Sommer

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 7 – Sommer

 

Der Ventilator summt vor sich hin und ich versuche auf meinem Grafiktablett neue Illustrationen für ein Buchprojekt zu zeichnen. Was sich jedoch bei der Hitze als recht schwierig erweist, denn ich bleibe immer wieder mit der Hand auf dem Zeichentablett. Ich liebe den Sommer, aber bei den Temperaturen zu arbeiten, ist dann doch eine Herausforderung. Ich seufze laut, als Mats mit einem Satz neben mir auf den Schreibtisch spring. Eigentlich würde ich kurz zusammenzucken, aber erstens bin ich es gewöhnt, dass dieses Eichhörnchen auf meinem Schreibtisch herumturnt, zweites ist es mir eindeutig zu heiß für jeglich schnelle Regung. Kurz darauf hüpfen auch noch meine zwei Kakteen Konrad und Knubbel in mein Sichtfeld und wie nicht anders zu erwarten: Eckbert seilt sich von oben ab und hängt nun neben dem Bildschirm. Meine Schreibtischbande ist wieder mal komplett und ich frage mich, was sie wieder vor haben, denn wenn sie zusammen auftauchen, hat das meistens etwas zu bedeuten. „Können wir mal eben ins Internet?“, fragt Knubbel. Mich fragt gerade ein Kaktus, ob er ins Internet darf.

 

 

Konrad hält eine Liste hoch und liest vor:“Wir brauchen: Ein Planschbecken, vier Badeshorts und vier Sonnenhüte.“
„Ihr braucht ein Planschbecken, vier Badeshorts und vier Sonnenhüte?“, frage ich nur noch einmal zur Sicherheit nach. „Ja, rede ich undeutlich? Uns ist es hier zu heiß und wir wollen draußen im Garten Urlaub machen“, entgegnet mir Konrad so, als wäre es das Normalste auf der Welt, wenn zwei Kakteen, ein Eichhörnchen und eine Spinne einfach mal im Internet shoppen gehen wollen. „Leute, WO wollt ihr denn z. B. eine Badehorts für Eichhörnchen oder eine Spinne herbekommen und ein Planschbecken ist für euch (ich schaue Konrad und Knubbel an) auch nicht soooo ideal, oder?“, gebe ich zu bedenken.
„Im Internet gibt es doch alles!“, sagt Mats daraufhin. Eigentlich hat er ja recht, nur ob es im Internet wirklich Badeshorts für Kakteen und Eichhörnchen gibt, wage ich dann doch zu bezweifeln. Da es mir gerade aber auch eindeutig zu heiß an meinem Grafiktablett ist und ich eine Abkühlung brauche, überlasse ich den Vieren meinen PC und verziehe mich auf die Terrasse um mir einen Eiskaffee zu gönnen. Meinetwegen können sie sich ein kleines Babyplanschbecken aussuchen, was ich ihnen dann kaufen werde.

 

Abkühlung

 

Der Eiskaffee erweist sich als echte Wohltat und beschließe erst gegen Abend wieder an den Schreibtisch zu wechseln, vielleicht ist es dann dort etwas kühler. Ich genieße die Auszeit auf der Terrasse. Irgendwann kommt die Viererbande nach draußen und versammelt sich am Ende meiner Sonnenliege. Sie sagen erst einmal nichts, sondern schauen mit großen Augen an. Oh oh! Den Blick kenne ich! „Habt ihr etwas gefunden?“, frage ich. Alle vier nicken und lächeln. „Gefunden und direkt gekauft!“, sagt Mats. Leichte Panik überkommt mich und in meinem Gedanken sehe ich die Vier im Kaufrausch vor meinem PC hocken. „Leute sagt mir jetzt nicht, dass ihr meine Kreditkarte benutzt habt und ich nun pleite bin?“, frage ich mit leicht piepsiger Stimme.
„Neeeeeeeeeeeee! Du musst nur 25,99 Euro zahlen!

Außerdem haben wir auf Rechnung gekauft.“, sagt Mats direkt. Ich bin erleichtert und und mein Puls normalisiert sich wieder. „Ach so, na daaaaaaann!“, sage ich gespielt erleichtert und frage mich gleichzeitig, ob Eichhörnchen eigentlich geschäftsfähig ist und ob es schon kriminell ist, wenn es im Namen einer anderen Person einkauft? „Wir haben nur ein kleines Problem!“, fügt Knubbel dann hinzu. Ich horche auf und hoffe, dass sie nicht irgendwelche Waren aus Übersee einfliegen lassen. „Welches?“, frage ich. „Wir haben alles bekommen, nur es gab keine Schwimmshorts für uns! Nirgendwo!“, erklärt mir Knubbel leicht fassungslos. „Und deswegen haben wir nun Stoff bestellt und jetzt brauchen wir jemanden, der uns Shorts näht.“ Wieso weiß ich jetzt schon, wer diese Shorts nähen soll?

„Selbst entworfen!“

„Aber wir haben zumindest schon Schnittmuster!“, fügt er noch hinzu. „Woher?“, frage ich verdutzt. „Selbst entworfen!“, sagen alle im Chor und strahlen mich an. „Kannst du uns Schwimmshorts nähen? Bitte, bitte, bittteeeeeeeeee!“, schallt es direkt hinterher. Ich seufze und lasse mir dann die „Schnittmuster“ zeigen, die sich eher als Buntstiftzeichnungen von ihren Wunschshorts entpuppen. Alle vier erklären mir, wie sie ihre Shorts gerne hätten, wobei unser kleiner stummer Spinnenfreund nur mit seinen Ärmchen auf das Bild der Zeichnung seiner Badeshorts zeigt. Ehrlich gesagt haben die Entwürfe nicht wirklich etwas mit echten Schwimmshorts zu tun, aber egal, bei dem Engagement, dass die kleine Band zeigt, lasse ich mich erweichen und verspreche ihnen ihre „Schwimmshorts“ zu nähen. Jedenfalls sobald der Stoff da ist …

Das große Warten

 

Die nächsten Tage hocken die Vier ständig am Fenster und man hört immer wieder ein Raunen, wenn der Paketdienst vor der Türe hält. Das ist lustig, so viel Ruhe hatte ich beim Arbeiten noch nie. Keiner quatscht dazwischen oder fragt irgendwelche Sachen. Es dauert dann noch etwas, aber dann ist das Paket inklusive Stoff da und ich begebe mich an die Nähmaschine. Mats Schwimmshorts ist einfach genäht, den Kakteen nähe ich eher kleine Beutel zum Hineinschlüpfen, denn so ein Kaktus hat halt keine Füße. Sie finden sie aber trotzdem okay. Die „Schwimmshorts“ für Eckbert ist kniffeliger, aber irgendwann haben ich es geschafft so etwas wie eine Hose in Miniaturformat hinzubekommen. Nachdem die „Schwimmsachen“ fertig sind, halten es die Vier nicht mehr aus und wollen nun endlich nach draußen.

 

„Juhu! Urlaub“

 

Wir bauen ihr kleines Planschbecken (das zum Glück aus festem Plastik besteht) auf und alle hüpfen (außer Eckbert, der setzt sich nur auf den Rand) ins Planschbecken. „Juhu! Urlaub“, kreischen Mats und Knubbel und hüpfen im Planschbecken umher. Konrad und Eckbert schauen sich still das turbulente Treiben an, ganz geheuer ist ihnen diese Planscherei anscheinend nicht.

„Urlaub wäre jetzt auch ganz schön“, denke ich, aber dann hole ich meinen Skizzenblock. Ich mache es mir neben dem Planschbecken auf einer Decke gemütlich. Urlaub steht zwar noch nicht an, aber heute verlege ich meinen Arbeitsplatz einfach mal in den Garten, das ist fast schon wie Urlaub, da haben die Vier schon recht.

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Mats – Mein munteres Eichörnchen
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Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 6 – Der Literaturkreis

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 6 – Der Literaturkreis

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 6 – Der Literaturkreis

Auch wenn ich die meisten Illustrationen nun mittlerweile digital zeichne, drucke ich mir die Illustrationen immer mal wieder aus, während ich an einem Buchprojekt arbeite. Einfach um die Größe und auch den Gesamteindruck besser abschätzen zu können, denn manchmal sieht man das am PC einfach nicht so genau wie ausgedruckt. Ich habe meine Illustrationen also meistens schon mal auf Papier gesehen. Trotzdem ist es immer ein ganz anderes Gefühl, die eigenen Illustrationen in einem fertigen Buch in Händen zu halten. Dieser erste Blick auf das fertige Buch, an dem man Wochen, teilweise Monate gearbeitet hat, hat irgendwie einen eigenen Zauber.

Deswegen LIEBE ich Post mit Belegexemplaren. Vor ein paar Tagen kam mal wieder solch ein wunderbares Päckchen an und ich weiß, dass ich die Bücher auf meinem Schreibtisch gelegt hatte. Die Frage ist nur, wo befinden sie sich jetzt?

 

„Ich wühle unter einem Stapel Skizzen und Büchern, aber die Bücher, die ich suche, sind nirgendwo zu finden. Ich frage mich, ob ich mit 37 nun schon so vergesslich bin, dass ich sie doch irgendwo anders hingelegt habe? Eigentlich kann das aber nicht sein, denn wenn ich zwar mitunter teilweise leicht chaotisch bin, großartig vergesslich bin ich noch nicht. Infolgedessen bleibt eigentlich nur noch eine Lösung, wer die Bücher von meinem Schreibtisch stibitzt haben könnte!

„Leeeute, habt Ihr vielleicht meine Belegexemplare gesehen?“, rufe ich durch die Wohnung, weil keiner von ihnen in Sichtweite ist. Mit „Leute“ meine ich meine kleine Schreibtischbande: Mats, mein Eichhörnchen; Knubbel und Konrad, das herrlich kuriose Kakteengespann und Eckbert unser stummer Spinnenfreund. Auf mein Rufen kommt jedoch keine Antwort. Daher trete ich den Weg in die vorderen Räume meiner Wohnung an nund versuche ich es noch einmal:“Wo seid ihr denn alle?“

Ruhe bitte!

„Ruhe bitte!“, zischt es samt „Psssst“-Lauten aus dem Wohnzimmer, worauf ein undefinierbares Gemurmel folgt.

Ich betrete das Wohnzimmer, denn ich will wissen, was meine kleine Bande da nun wieder treibt. Doch sie sitzen ganz entspannt zusammen in einem Halbkreis auf dem Boden. Anscheinend habe ich die vier zu Unrecht verdächtigt.

Dann fällt mein Blick auf ein Schild, das vor ihnen steht: „Ruhe bitte! Der Literaturkreis tagt!“

Ich merke wie sich meine Stirn vor Verwunderung mal wieder kräusel. „Leute, was macht …“, setze ich an, komme aber nicht weit mit meiner Frage, denn da zischen mir schon wieder „Psssst“-Geräusche entgegen. Davon lasse ich mich aber nicht weiter abhalten und frage trotzdem noch einmal:“Leute, was macht ihr hier? Und ihr alle so komische „Brillen“ auf?“

Vier Augenpaare mit, anscheinend aus Strohhalmen selbst gebastelten, Brillen richten den Blick auf mich und Konrad erklärt in einem leicht genervten Tonfall:“Wir halten hier unseren neu gegründeten Literaturkreis ab und besprechen Bücher!“ Eckbert deutet mit einem seiner Spinnebeinchen auf das Schild. „Kann man doch am Schild klar erkennen, oder?“, sagt Konrad und fügt dann hinzu:“Die Brillen haben wir an, weil gebildete Leute immer Brillen an haben!“.

Ich sehe, dass Mats ein Malbuch in Händen hält (eines meiner gesuchten Belegexemplare) und dieses anscheinend von ihnen besprochen wird. „Ähä“, sage ich dann nur, weil mir dazu momentan wirklich nichts einfällt. Da sitzen zwei Kateen mit einem Eichhörnchen und einer Spinne im Kreis, haben Strohhalmbrillen auf und besprechen ein Malbuch!

WIE kommen die immer auf solche Ideen?

„Ähm ja. Nur ihr besprecht da gerade ein Malbuch, oder?“

“Als langjährige Mitbewohner einer Illustratorin haben wir gedacht, wir müssen uns dem Thema Literatur mal etwas ausgiebiger widmen und deswegen haben wir diesen Literaturkreis gegründet. Ist doch super, oder?“, erklärt Mats noch einmal begeistert. „Ähm ja. Nur ihr besprecht da gerade ein Malbuch, oder?“, frage ich und hoffe, sie merken selber, dass das etwas absurd ist.

„Genau! Und wir haben nun schon ausgiebig über die Aufmachung und die Gesamtgestaltung diskutiert und wollten nun den Inhalt weiter besprechen!“, fügt Knubbel in einem so ernsten Ton hinzu, dass ich mir noch jeglichen weiteren kritischen Kommentar verkneife.

„Okay, dann störe ich euch mal nicht weiter. Bringt ihr dann meine Belegexemplare nach eurem Literaturkreis wieder zurück auf meinen Schreibtisch?“, frage ich nur noch. „Natürlich!“, sagt Konrad und dann bin ich wieder abgemeldet und sie diskutieren weiter.

„Sie haben halt Fantasie!“

Ich drehe mich um und trete den Weg zurück an den Schreibtisch an und höre nur noch so Wortfetzen wie:“Die Linienführung lässt erahnen, dass ihre kreative Ader in der frühkindlichen Phase noch nicht ganz ausgeprägt war“ und: „thematisch noch nicht ausgereift, aber in der Umsetzung sind gute Ansätze zu erkennen“. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder verzweifeln soll, also schüttele ich nur verwundert den meinen Kopf. „Sie haben halt Fantasie!, murmele ich beruhigend so vor mich hin und mir schwant, dass demnächst sämtliche meiner Belegexemplare von diesem Literaturkreis durchdiskutiert werden.

Was vollkommen ok ist, ich muss nur unbedingt darauf achten, dass meine Bande daraus kein Youtube-Format macht, dann ist meine Kariere als Illustratorin nämlich hinüber.

Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

Ilka – Illustratorin  
Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
Mats – Mein munteres Eichörnchen
Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

Ein illustriertes Leben mit Kaktus & Co. – Folge 5 – Eine Geschichte, bitte!

Ein illustriertes Leben mit Kaktus & Co. – Folge 5 – Eine Geschichte, bitte!

Folge 5 – Eine Geschichte, bitte!

 

Draußen dämmert es so langsam und ich sitze mit meinem Laptop auf dem Sofa und tippe so vor mich hin. Ich schreibe gerade einen neuen Text für meine „Über mich“-Seite auf meiner Homepage .

Zwar schreibe ich recht regelmäßig Texte für meinen Blog, Newsletter und ab und zu auch für Auftraggeber, aber einen Text über mich selber zu schreiben, fällt mir schwerer als gedacht. Ich hänge so meinen Gedanken nach als ein kleines Deckenknäuel vor das Sofa wackelt.

„Pfaaanst du uns mal helpfen?“, tönt es dumpf aus dem Inneren. „Wie bitte?“, frage ich, wobei ich schon fast ahne, was sich in diesem Knäuel versteckt. „Heeelpf uns mal! Wir haben umpf verhääääddert!“, kommt daraufhin als Antwort aus dem Inneren. Das Deckenknäuel schwankt dabei verdächtig und promt fällt es zur Seite, woraufhin ein mehrstimmiges „Uff“ ertönt, dann ist kurz Ruhe.

Ich glaube in dem Fall ist Hilfe wirklich notwenig. Also lege ich meinen Laptop zur Seite und entwirre dieses Durcheinander. Zum Vorschein (welch Überraschung!), kommen Konrad und Knubbel, meine zwei Kakteen; Mats, mein Eichhörnchen und unser, anscheinend sehr mitgenommener, Spinnenfreund Eckbert.

Alle schnaufen erst einmal durch als ich sie endgültig von der Decke befreit habe. Ich sehe, das sich diese als meine alte Babydecke aus meiner frühesten Kindheit entpuppt und eigentlich gut verstaut im Schrank liegen sollte. “Sagt mal, was habt ihr denn nun mit meiner alten Babydecke veranstaltet?“ frage ich meine Viererbande. Ich halte die Decke hoch, die nun Kakteenstackeln und Spinnfäden übersäät ist.

„Wir konnten nicht schlafen und da dachten wir, wenn wir uns in eine Decke einkuscheln, dann geht das besser!“

„Wir konnten nicht schlafen und da dachten wir, wenn wir uns in eine Decke einkuscheln, dann geht das besser!“, sagt Knubbel noch etwas außer Puste. „Na, das hat dann ja wohl nicht so geklappt“, sage ich und schüttele leicht mit dem Kopf.

Meine kleine Bande kommt aber auch immer wieder auf neue kuriose Ideen. Ich frage mich kurz ob das daran liegt, dass sie bei mir wohnen oder ob zwei Kakteen in der Kombination mit einem Eichhörnchen und einer Spinne als Freunde immer so sind. Verwerfe dann jedoch jegliche Gedanken darüber, nachher komme ich zu dem Schluss, dass es an meinem Einfluss auf die Vier liegt.

„Und was mache ich jetzt mit euch schlaflosen Wesen?“, frage  ich die Viererbande. „Du könntest uns eine Geschichte erzählen!“, schlägt Mats vor und und hüpft neben mir auf´s Sofa. „Eine Geschichte? Eigentlich wollte ich noch bissl arbeiten und den Text für meine Homepage zu Ende schreiben“, antworte ich.

„Eine Geschichte! Bitteeeeeeeee!“

„Eine Geschichte! Bitteeeeeeeee!“, kräht nun auch Knubbel und ein wahrloses „Bitte, bitte, bittteeeee!“- Konzert geht los. Was soll man da machen? Die geben nun eh erst wieder Ruhe, wenn sie ihre Geschichte bekommen. Von daher hole ich Konrad und Knubbel mit auf das Sofa und setze Eckbert vorsichtig auf die Sofalehne.

„Was möchtet ihr denn hören, soll ich ein Buch holen und vorlesen?“, frage ich. „Neee, lesen können wir doch alleine!“, meint Konrad. Ich vergaß, die Vier entern ja regelmäßg mein Regal mit den Kinderbüchern.

„Erzähl uns eine selbstausgedachte Geschichte!“, meint Knubbel. „Acherje! Mir ist gerade schon schwer gefallen einen kurzen Text über mich zu schreiben! Jetzt soll ich auch noch mal eben so eine Geschichte erfinden?“, sage ich leicht verzweifelt.

Meine zwei Kakteen samt Eichhörnchen und Spinne nicken gleichzeitig mit dem Kopf und schauen mich erwartungsvoll an. „Erzähl uns doch einfach, wie Du Illustratorin geworden bist. Darüber schreibst du doch eh gerade!?“, wirft Mats ein. „Oh ja! Das hast du uns noch nie erzählt!“, ruft Knubbel und Konrad und Eckbert nickenzustimmend. Na ja, da gibt es nicht soooooooo viel zu erzählen, aber damit die Vier ihre Geschichte bekommen, fange ich an zu erzählen:

Wie ich als Kind immer viel gemalt und im Teeniealter dann Cartoons gezeichnet habe und eben über mehrere Stationen, wie meinen Abschluss als Mediengestalterin, so in die Illustration so reingeschlittert bin. Ich finde die Geschichte nun nicht so spannend, aber die Vier hören mir jedenfalls aufmerksam zu. Doch dann sehe ich auf einmal, wie sich Konrads Stirn kräuselt.

Oh oh! Das macht er nur, wenn er nachdenkt und ihn irgendwas missfällt. „Aber wenn du immer gerne gezeichnet hast, hättest Du ja auch Malerin werden können, oder?“ unterbricht mich Konrad auf einmal „Ja, hätte ich, aber ich mag es lieber Bücher und andere Dinge zu illustrieren, das weißt Du doch“, antworte ich Konrad. Daraufhin meint Konrad:“Ja, eben!“. Ich schaue Konrad fragend an, denn ich weiß nicht, worauf er nun hinaus will.

Bücher entführen einen an die tollsten Orte

Dann mischt sich Knubbel ein:“Ich glaube, was Konrad sagen will, wieso bist Du ausgerechtnet Illustratorin geworden und nicht Malerin?“ Ich denke kurz darüber nach:“Ich glaube, weil ich schon immer so viel gelesen und Bücher für mich immer ganz wunderbare Welten eröffnet haben. Bücher entführen einen an die tollsten und phantastischsten Orte und das finde ich immer noch total faszinieren.“ „Aha!“, sagt Konrad daraufhin, als würde ich irgendeine Annahme von ihm bestätigen. „Aha, was?“, frage ich. „Wenn Du von Bücher erzählst, dann strahlst Du richtig, also dann sind es eher die Bücher, die dich zur Illustration gebracht haben?!“

 

„Das könnte sein…“, sage ich nachdenklich. „Wisst ihr, ich wollte sogar zeitweise sogar mal Buchhändlerin werden.“ Und dann erzähle ich ihnen die Geschichte noch einmal, wie ich schon immer gerne gelesen habe, wie sehr mir mein Praktikum in einer Buchhandlung gefallen hat und die Vier löchern mich immer wieder mit Fragen.

Weil ich Geschichten schon immer geliebt habe!

Ich merke, dass es die vielen wunderbaren Geschichten in Büchern sind und waren, die ich so sehr geliebt habe und es immer noch tue. Eigentlich ist es fast logisch, dass man dann irgendwann auch einmal Gesichten erzählen möchte, sindmein Medium eben weniger Worte, sondern eher meine Illustrtaionen. Ich quassel meine Gedanken so vor mich hin und merke irgendwann, dass vielleicht die Antwort auf die Frage:“Wieso bist du Illustratorin geworden?“, nicht: „Ich habe schon immer gerne geizeichnet habe!“, sondern vielleicht eher:“Weil ich Geschichten schon immer geliebt habe!“, lauten sollte.

Quasi von der Leseratte zur Illustratorin. Ich frage kurz neben mir in die Runde, was sie davon halten, sehe aber dann, wie alle Vier schon längst eingeschlafen sind. Ich lächele, denn ich merke gerade, dass ich vielleicht genau so meine „Über mich“- Seite beginnen sollte: Von der Leseratte zur Illustratorin. Mal schauen, was mir dazu einfällt.

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Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
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Hier findest Du weitere Folgen von „Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co.“

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 7 – Sommer

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. – Folge 7 – Sommer

Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co. - Folge 7 – Sommer   Der Ventilator summt vor sich hin und ich versuche auf meinem Grafiktablett neue Illustrationen für ein Buchprojekt zu zeichnen. Was sich jedoch bei der Hitze als recht schwierig erweist, denn ich...

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Ein illustriertes Leben mit Kaktus & Co. – Folge 4

Ein illustriertes Leben mit Kaktus & Co. – Folge 4

Folge 4 – Monster haben keine 4 Augen

 

Ich arbeite gerade an Monstern. Süßen Monstern in jeglichen Formen. Meine kleinen Kakteenmonster auf meinem Arbeitstisch schlummern gerade und schnorcheln so vor sich hin. Mats ist unterwegs und Eckbert hängt wie immer über dem Schreibttisch und tut … nichts. Ob er auch schläft ist nicht zu erkennen, aber alles ist still und ich kann in Ruhe arbeiten. Ich liebe diese Stunden, in denen niemand anruft, keiner an der Tür klingelt und ich einfach zeichnen kann. Da kommt man oft in so einen Flow-Zustand, wo man die Zeit vergisst.

 

Ich zeichne gerade an einem grünen Monster, süß und knuddelig soll es werden, doch dann piekst es mich auf einmal am Arm und ich schrecke zusammen. „Mensch, Knubbel! Du sollst Dich doch nicht immer so anschleichen!“ Knubbel schaut mich mit seinen Kulleraugen kurz entschuldigend  an und meint dann:“Ich wollte doch nur deine Zeichnung genauer anschauen.“

 

Man will nicht meinen, wie neugierig Kakteeen sind. Na ja, ob alle Kakteen neugierig sind, weiß ich nicht, aber meine zwei hier auf alle Fälle! Damit Knubbel freie Sicht hat, ziehe ich meinen Arm etwas weg und lasse den kleinen Kaktus meine Monsterzeichnung begutachten.

 

„Da ist ein Auge zuviel!

 

Ich bin es ja gewöhnt, dass irgendwer auf meinem Schreibtisch immer etwas zu meinem Illustrationen zu sagen hat. Meistens haben meine Kakteen ein anderes Farbverständnis als ich oder sie meckern an den Proportionen rum. „Da ist ein Auge zuviel!“, meint Knubbel auf einmal und reisst mich aus meinen Gedanken. Ich schaue ihn an:“Das ist ein Monster, da ist es egal, wie viele Augen man zeichnet.“ „Nein!“, entgegnet Knubbel:“Ein Monster hat keine vier Augen! Wenn dann ein Auge, zwei oder drei Augen, aber keine vier!“ „Knubbel, wie viele echte Monster hast Du in deinem Leben eigentlich schon gesehen?“, frage ich ihn und hoffe, dass er merkt, welchen Unsinn er gerade redet.

„Noch keins, aber das weiß doch wirklich jeeeedeer, dass Monster keine 4 Augen haben!“, sagt Knubbel voller Überzeugung und schreit dann laut los:“Kooooonrad!“ Ich schrecke zusammen und Konrad wird aprupt aus dem Schlaf gerissen. „Was ist denn los?“, fragt er schläfrig.

 

Konrad ist ja eher besonnen und geht logisch an Dinge heran.

 

„Unsere Illustratorin hier, zeichnet gerade ein Monster mit vier Augen und meint, das wäre richtig!“, sagt Knubbel empört zu Konrad und wirft mir dabei einen vielsagenden Blick zu. Normalerweise ist Konrad ja eher besonnen und geht logisch an Dinge heran, von daher erwarte ich, dass er Knubbel nun daraufhinweist, wie abwegig seine Behauptung ist. Konrad hüpft nun auch an mein Zeichentablet heran und schaut auf mein gezeichnet Monster und sagt dann allen Ernstes:“Das würde ich aber nicht so lassen, es gibt wirklich keine Monster mit vier Augen!“.

 

„Leute, woher habt Ihr die Annahme, dass es keine Monster mit vier Augen gibt? Ihr habt doch noch nieeee nimmer nicht in eurem Leben ein Monster gesehen! Weil es keine ECHTEN Monster gibt?!“, entgegne ich jetzt schon leicht genervt. „Aber jeder weiß das! Monster haben ein Auge, manchmal zwei oder drei Augen. Es gibt sogar Monster mit 5 Augen, aber niemals mit 4 Augen! Das wäre doch dann viel zu symentrisch. Sowas passt nicht zu einem Monster!“, behauptet Konrad steif und fest. „Es gibt also Monster mit 5 Augen, aber nicht mit 4, weil das zu symentrisch ist? 2 Augen sind aber ok oder was?“, frage ich nochmal nach. Meine Kakteen nicken beide gleichzeitig zustimmend, als wären dies eindeutige Fakten und schauen mich dabei an, als würde ich schwer von Begriff sein.

Ich versuche es nochmal:“Wenn es aber doch keine echte Monster gibt, dann kann man sie doch zeichnen wie man will! Dann gibt es keine Regeln, wie was zu sein hat, denn es sind reine Phantasiewesen!“.

“Wenn DU dich zum Gespöt der Leute machen möchtest, BITTE!“

Knubbel und Korad schauen sich kurz an, verdrehen ihre Augen und seufzen dann laut. Dann sagt Knubbel zu mir:“Wenn DU dich zum Gespöt der Leute machen möchtest, BITTE! Aber sag´ nachher nicht, wir hätten dich nicht gewarnt!“. Beide drehen sich um un hüpfen wieder auf ihren Platz auf meinem Schreibtisch und damit ist die Diskussion, jedenfalls für meine Kakteen, beendet.

Ich bleibe ratlos zurück und schaue mir mein Monster noch einmal an. Ich seufze auch laut und ändere dann mein knuddeliges Monster mit vier Augen zu einem einem dreiäuigen Monster ab. Na ja, mit drei Augen sieht ein Monster ja auch ganz süß aus, oder?

 

Hallo! Ich bin Ilka und ich gestalte mit Leidenschaft kunterbunte Illustrationen für Verlage, Firmen und Werbekunden. In meiner Blogserie „Ein illustrieres Leben mit Kaktus und Co.“, erzähle ich über lustige Dinge aus meinem Illustratorenalltag. Immer dabei meine kleine verrückte Schreibtischbande.

Ilka – Illustratorin  
Knubbel und Konrad – Das lustige Kakteengespann
Mats – Mein munteres Eichörnchen
Eckbert – Unser stiller, aber liebenswürder Spinnenfreund

Die nächste Folge von „Ein illustriertes Leben mit Kaktus und Co.“ erscheint in vier Wochen.

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